Jahresbrief

 

 

 

Info-Brief

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Info:

Ein schweres Erdbeben hat am Freitagnachmittag (30.10.2020) die türkische Westküste und die griechischen Inseln der östlichen Ägäis erschüttert. Besonders betroffen sind die türkische Millionenstadt Izmir und die griechische Insel Samos.

Auch Marls Partnerstadt Kusadasi befindet sich in dieser Region, die griech. Insel Samos liegt nur wenige Seemeilen vom türkischen Festland entfernt. Nach dem Erdbeben in der Ägäis stehen wir in Kontakt mit türkischen Freunden in Kusadasi. Nach ersten Rückmeldungen sind dort keine Toten oder Verletzte zu beklagen, anders als in der Millionenstadt Izmir oder auf Samos.

 Allein in Izmir sind heute morgen 27 Tote und gut 700 Verletzte zu beklagen. Durch die anlaufenden Räumarbeiten erwartet man bis zu 100 (verschüttete) Tote in Izmir. Unser Mitgefühl gilt den Familien und Angehörigen!

 Sehr viele Menschen haben verängstigt und aus Sorge vor Nachbeben die Nacht im Freien, etwa in Zelten, verbracht. Ich habe als Bürgermeister und Vereinsvorsitzender meinem Amtskollegen Ömer Günel (Kusadasi) umgehend unser Mitgefühl, Solidarität und das Angebot der Hilfe signalisiert.

 Sollten Hilfen benötigt werden für die Partnerstadt, werden wir das hier ankündigen und schnell organisieren. Zunächst müssen aber die Offiziellen in der Region einen weiteren Überblick der Lage gewinnen und dann geeignete Maßnahmen ergreifen.

 Auch zu Freunden auf Samos (Griechenland) haben wir Kontakt aufgenommen, aber noch kein Bild der Lage erhalten. Samos ist übrigens die Partnerstadt von Kusadasi.

Bild

Bürgermeister Günel und Arndt in April 2019

Info:

Es werden wegen der Corona-Krise keine Veranstaltungen noch Besuche in unserer Partnerstadt stattfinden.

Marl-Kusadasi bereitet sich auf das 20. Jubiläum der Städtepartnerschaft vor

Die Mitgliederversammlung des Vereins Marl-Kusadasi begann am Sonntag ungewöhnlich still. In einer Schweigeminute wurde der zahlreichen Opfer des tragischen Erdbebens in der Osttürkei gedacht. Erst danach haben die Türkeifreunde in gewohnter Weise bei einem gemeinsamen Frühstück im Vereinsheim des TC 33 in Alt-Marl die aktuelle Vereinsarbeit besprochen.

In diesem Jahr besteht die Partnerschaft zwischen Marl und Kusadasi seit 20 Jahren. Das Jubiläum wird doppelt gefeiert: im Juni mit Marls weiteren Partnerstädten in Marl und im Herbst in Kusadasi. Dann soll nicht nur der Verein in die Partnerstadt an der Ägäisküste fahren, sondern auch eine Gruppe des jBM, um die Jubiläumsfeier musikalisch zu unterstützen und sich mit türkischen Musikern auszutauschen. Aus diesem Anlass nahmen der musikalische Leiter des jBM Rene Lankeit und Orchestersprecherin Friederike Westerheide als Gast an der Versammlung teil.

Die Vorbereitungen für das 20. Jubiläumsjahr übernimmt der einstimmig gewählte Vorstand: Werner Arndt bleibt weiterhin Vorsitzender mit Helga Ahlert und Nuri Uzunoglu als seine Stellvertreter. Heike Hingst und Heike Lueg wurden als Geschäftsführerin bzw. als Schriftführerin wiedergewählt. Hans-Ulrich Wolf führt erstmalig die Vereinskasse, bislang übte er diese Funktion stellvertretend aus.

Die weiteren Vorstandsfunktionen: Numan Terzi (stellv. Schatzmeister), Sabine Ehlen (stellv. Geschäftsführung), Thomas Heitmann (stellv. Schriftführung), Beisitzer sind Adnan Saglik, Beatrix Ries, Karl-Heinz Rother, Hans-Werner Kaczmierczak, Aynur Terzi, Rayan El-Zein, Armin Fleer, Josef Heinen und Karin Wienströer.

Zu Revisoren wählten die Mitglieder Bernhard Niehues und Ute Schramm-Vogel. Nach 2 1/2–stündiger Sitzung konnte Vorsitzender Werner Arndt die Mitgliederversammlung beenden. Kontakt und weitere Infos zum Verein: www.staedtepartnerschaft-marl-kusadasi.de

Vorstand

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Kusadasi

Bericht aus Marl-Aktuell vom 13.11.2019

 

Zu Gast im Cem-Haus

Lange stand das ehemalige Gebetshaus der Neuapostolischen Kirche am Bachacker Weg in Marl-Hamm leer. Im Sommer 2017 erwarb die Marler Gemeinde der Aleviten (Alevi-Bektasi Gemeinde) das Haus und richtete es für eigene Zwecke her. Im April 2018 wurde das Haus offiziell seiner neuen Bestimmung übergeben und eingeweiht.

Grund genug für den Vorstand des Städtepartnerschaftsverein Marl-Kusadasi e.V. sich vor Ort umzusehen. Nachdem der Vorstand bereits die Yunus-Emre-Moschee in Brassert und die Fatih-Moschee in Hamm besucht hatte, ging es Donnerstagabend zum Cem-Haus der Aleviten.

Empfangen wurde die Gruppe um Bürgermeister und Vereinsvorsitzenden Werner Arndt von der Vorstandsvorsitzenden der Aleviten Aynur Özcan, ihrem Stellvertreter Müslüm Memisoski und Şenay Sönmez von der Frauengruppe. Nach einer Führung durch die Räumlichkeiten folgte ein interessanter Vortrag über das Alevitentum.

Das Alevitentum versteht sich als ein friedlicher, toleranter und weltoffener Glaube, der diesseitig orientiert ist und keine Eschatologie kennt. Frauen und Männer sind im Glauben gleichberechtigt, Pluralität und Respekt vor Vielfalt in jeglicher Hinsicht sind im Alevitentum zentral.

Die Geschichte der Aleviten in Marl sei eine Erfolgsgeschichte gelungener Integration, so Werner Arndt. Die Gemeinde setze sich vorbildlich für Bildung, Demokratie und Menschenrechte ein. „Hier wird die Gleichberechtigung von Frauen und Männern beispielhaft vorgelebt“ konnten die Mitglieder des Partnerschaftsvereins feststellen.

Anschließend setzten sich die Gäste zu einer regulären Vorstandssitzung zusammen. Dabei gab es einen Bericht über die Delegationsreise in die Partnerstadt Kusadasi sowie die Bildungsreise nach Bonn zum Haus der Geschichte. Am 3. Oktober wird sich der Verein am VolksParkFest beteiligen und am 4.10. sein Herbstfest begehen. Dazu werden auch Freunde aus der türkischen Partnerstadt erwartet.

CEM

Zu Besuch bei Freunden

Zu einem intensiven Meinungsaustausch fuhr kürzlich eine kleine Delegation des Städtepartnerschaftsvereins Marl-Kusadasi e.V. in die türkische Partnerstadt an der Ägäis. Dabei wollte man bestehende Freudschaften vertiefen und neue schließen. Die Marler Delegation bestand aus dem Vereinsvorsitzenden, Bürgermeister Werner Arndt, seinem Stellvertreter Nuri Uzunuglu und den beiden Vorstandsmitgliedern Heike Lueg und Beatrix Ries. Von Pfingstmontag bis zum Tag der Abreise am Freitag warteten zahlreiche Begegnungen, Besuche und Gespräche auf die Vereinsvertreter.

Das soziale Kusadasi lernte man bei einem Besuch des städtischen Seniorenheimes und des hochmodernen, mobilen Pflegedienstes kennen, die jüngst eingerichtet wurden. Sehr aufschlußreich auch der Besuch bei KUSAKK, einer Kooperative von arbeitslosen Frauen in Kusadasi. Sie produzieren Tücher, Schals, Taschen und sonstige Textilien nach türkischer Volkskunst und vermarkten diese erfolgreich. Mit dem Behindertendorf verbindet den Städtepartnerschaftsverein seit langen eine tiefe Freundschaft. Hier überreichte Werner Arndt beim Besuch der Delegation im Namen des Vereins eine Spende für die soziale Arbeit der Elterninitiative an die Vereinsvorsitzende Canan Güler.

Im offiziellen Gespräch mit Bürgermeister Özer Kayali, seinen beiden Stellvertretern Ayse Serifoglu und Ferah Sürekci und den Verwaltungsverantwortlichen für Soziales, Schule, Jugend, Kultur, Sport und Städtebau wurden neue Partnerschaftsprojekte erörtert. Einig war man sich, die Begegnung von Schülern und Jugendlichen auch weiterhin zu fördern. Außerdem ist der Austausch von bildenden Künstlern beider Städte angedacht. Vor dem Hintergrund des 20-jährigen Jubiläums der Partnerschaft ist auch an gegenseitige Praktika von Verwaltungsexperten gedacht. „Wir wollen auch auf dieser Ebene voneinander lernen“ so die beiden Bürgermeister Özer Kayali (CHP) und Werner Arndt (SPD). Der obligatorische Besuch beim Stadtdirektor, dem Vertreter der türkischen Zentralmacht in Kusadasi, rundete den Tag ab.

Die Stadt Kusadasi steht aktuell vor großen Herausforderungen im Tourismus, beim Einzelhandel und in der Gastronomie. Das wurde in einem Gespräch mit Vertretern der Handelskammer KUTO deutlich. Allein die Zahl der Tagesgäste auf Kreuzfahrtschiffen ist um über 80% zurückgegangen. Neue Wege geht die Stadt Kusadasi in der Abfallwirtschaft. Für heimische Verhältnisse geradezu vorbildlich arbeitet der Recyclinghof Kusadasi bei der Mülltrennung. Davon konnte sich die Marler Gruppe beim Besuch vor Ort überzeugen. Beim gemeinsamen Abendessen mit Vertretern des örtlichen LIONS-Clubs um Präsidentin Berna Yilmaz wurde auch über das türkisch-deutsche Verhältnis im Wandel der Jahre reflektiert. Seit den Anfängen 1999 begleiten die LIONS die Partnerschaft zwischen Marl und der Stadt an der Ägäis aktiv.

Abschließend waren auch religiöse Fragen Thema des Meinungsaustausches. So wurde eine protestantisch-freikirchliche Gemeinde besucht. Der Austausch mit dem deutschen Pfarrer und Missionar Rudolf Klassen und seiner Frau Olga war hochinteressant für die vier Gäste. Vor dem Hintergrund des für die Muslime heiligen Fastenmonats Ramadan nahm die Delegation auch an einem traditionellem Fastenbrechen Iftar teil. Jeden Tag lädt Bürgermeister Özer Kayali rund 600 bedürftige Bürger zum gemeinsamen Iftar in den Gemeindesaal ein, eine schöne Geste. Beeindruckend auch das Gespräch mit Vehbi Aksit, dem Mufti von Kusadasi, religiöses Oberhaupt der Muslime in der Partnerstadt mit ihren 30 Moscheegemeinden.

Freitagmittag verließen Beatrix Ries, Heike Lueg, Nuri Uzunuglu und Werner Arndt bei strahlendem Sonnenschein und etwas Wehmut die schöne Partnerstadt an der Ägäis wieder. Gemäß der Partnerschaftsvereinbarung wurden wieder einmal Brücken gebaut statt Mauern errichtet. Besonders vor dem Hintergrund der belasteten deutsch-türkischen Außenpolitik sei die konkrete Begegnung zwischen den Menschen in Marl und Kusadasi unverzichtbar, waren sich die vier Marler schnell einig. „Verständigung klappt immer, wenn man es möchte. Verständigung hat mit Verstehen zu tun!“ zog Werner Arndt sein Fazit. Zum VolksParkFest am 3. Oktober wird eine fünfköpfige Delegation der Partnerstadt um Bürgermeister Özer Kayali und Ehefrau Nil zum Gegenbesuch nach Marl kommen.